… & go

Das Stadtbild Heidelbergs ist, wie wahrscheinlich das vieler anderer Universitätsstädte mittlerweile, durch eine auffallende Verschmutzung von braunen Pappbechern mit Hitzeschutz gekennzeichnet. Es ist ein schauderhaftes Bild, wie all die Menschen mit ihrem „Coffee to go“, wahlweise auch „Kaffee to go“ gar nicht bemerken, wie dieses Becherlein gefüllt mit Koffeinbrühe Ausdruck des „Immer in Bewegung bleiben, bloß nicht Ausruhen“ – Zeitgeistes ist. Wie konnten es die Menschen früher nur  bewerkstelligen, sich am frühen Morgen noch eigens Kaffee abzubrühen und aus einer Porzellantasse zu trinken? So am Frühstückstisch, und nicht im Laufen beim Wechseln der Bahngleise?
Ich lasse diejenigen, die ihren Sternebock Laufkaffee passend zu der Ray Ban Nerdbrille nur aus Stylinggründen mit sich rumtragen, mal außen vor.
Haare werden neuerdings auch nur noch im Massenhaften „cut and go“ Betrieb geschnitten, und Übernachtet wird in „Sleep & go“ Hotels.
Ich frage mich, ob diese armen Seelen kurz vor dem Eintritt in einen physischen  Körper auch ein life to go gewählt haben.

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